Wir setzen uns für den Naturschutz ein!

Gezieltes Anlegen von Biotopen ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Wir haben auf unserer Plantage viele Insektenhotels und bieten auch Wildbienen ein schönes Zuhause.

Blühende Kräuter und Gehölzhecken fördern die Biodiversität, da der Obstbau hier weniger intensiv ist. Die dadurch resultierende ökologische Vielfalt (nützliche Insekten und Vögel) bietet einen sehr guten Schutz vor Schädlingen. Die kleinparzellierten Plantagen mit ihren Hecken lassen ein besonderes windgeschütztes Kleinklima entstehen. Diese Anlagen bestehen jeweils aus einer Vielfalt der unterschiedlichsten obstbaulichen Kulturen die unseren tierischen Helfern eine optimale Wohnstube und einen reichlich gedeckten Tisch zu jeder Jahreszeit bieten.

Insektenfressende Vögel sind zur Bekämpfung von Schädlingen überaus nützlich. Insekten, deren Eier und Larven werden in großen Mengen verspeist. Wir haben in unseren Plantagen mittlerweile ca. 300 Nistkästen aufgehängt. Gerne werden diese Nisthilfen von den unterschiedlichsten Vögeln angenommen. Jedes Jahr im Januar/Februar werden diese von uns gesäubert. Das ist keine schöne Arbeit. Kommt es doch oft vor, dass uns Mäuse entgegenspringen. Sie nutzen diese Kästen als Winterquartier. Milben und Läuse sind außerdem in großer Zahl vorhanden. Mit Handschuhen versuchen wir uns zu schützen. Anschließend werden die Kästen ausgeflammt und sind dann für die nächste Brut vorbereitet.

Um unsere Plantagen herum haben wir dreireihige Hecken als Einfriedung gepflanzt. Sie dienen als „Bienenweide“ und bieten zusätzlich Brutmöglichkeiten. Wir haben auch stachelige Wildobstarten wie Schlehen, wilde Brombeeren, Himbeeren und Heckenrosen gepflanzt, diese Pflanzen bieten den Vögeln besonderen Schutz. Felsenbirne, Schneeball, Akazien, Pfaffenhütchen, Liguster, Hainbuchen, Holunder, Haselnüsse, Schlehen, wilde Johannisbeeren, Weiden, Birken und Vogelbeeren sind einige unserer Anpflanzungen. Hecken stellen ein natürliches Rückzugsgebiet für viele Nützlinge dar.

So kann die Zahl der Schädlinge auf natürliche Weise vermindert werden. Hohe Pappeln innerhalb der Hecken sorgen zusätzlich für einen Windschutz, der in den Plantagen ein besonderes Kleinklima bildet. Hecken sind aber auch sehr arbeitsintensiv. Viel Zeit verbringen wir mit der Pflege der Hecken. Ohne eine ausreichende Pflege würden die Hecken verkahlen und keinen ausreichenden Schutz mehr bilden.

Nach jedem 15. Apfelbaum haben wir einen Wildapfelbaum gepflanzt. Dieser hat die Aufgabe der Befruchtung. Wildapfelbäume können jede Kulturapfelsorte befruchten. Sechs verschiedene Wildapfelsorten befinden zwischen unseren Apfelbäumen und dienen gleichzeitig als wertvolles Vogel- und Wildfutter im Winter.

Wir entsorgen das Fallobst nicht aus den Plantagen. Es dient den Vögel, Dachsen, Igeln und Waschbären als Winterfutter. Reste werden im Jahresverlauf von den Regenwürmern zu wertvollem Dünger verarbeitet.

Schnittholz wird gehäckselt und zusammen mit dem gemähten Gras als Abdeckung unter die Bäume gelegt. Zusätzlich mixen wir Champignonkompost mit kleingehäckseltem Stroh, um es ebenfalls unter die Bäume zu legen. Diese Abdeckung hält den Boden feucht, gleichzeitig haben die Regenwürmer und andere nützliche Bodenbewohner Nahrung. Ein Spatenstich fördert sehr viele Regenwürmer hervor, sie „bohren“ die Löcher für die Wurzeln der Bäume vor.

Die zahlreichen Höhlen in den Pappeln sind von besonderem ökologischem Wert und werden von den höhlenbrütenden Vögeln in unseren Windschutzpflanzungen eifrig benutzt. Auch der Siebenschläfer hat hier sein zu Hause.

Das Naturschutzgebiet Koldinger Teiche liegt in direkter Nachbarschaft zu unserer Plantage. Im Spätsommer ist unsere Plantage voller Wasserfrösche. Dieses Ereignis tritt jedes Jahr von neuem ein und verschwindet dann nach einiger Zeit, rechtzeitig zu Beginn der Apfelernte wieder. Die Erdkröten sind das ganze Jahr über ansässig und fühlen sich bei uns sichtlich wohl.

Schon seit vielen Jahren nistet gegenüber unserer Plantage im Gleidinger Kirchturm ein Falkenpaar. Die in Reihen angelegte Plantage bietet den Turmfalken ideale Bedingungen. Zunächst sitzt ein Vogel auf einem erhöhten Gerüst und beobachtet genau was sich am Boden tut. Erscheint eine Maus, dann fliegt er mit hoher Geschwindigkeit los um die Beute zu fangen. Inzwischen haben wir in einiger Entfernung zum Kirchturm einen weiteren Falkenkasten aufgehängt. Wir sind dabei von kundigen Ornithologen unterstützt worden. Leider sind jetzt dort im letzten Jahr keine Falken eingezogen. Vielleicht klappt es in diesem. Mäuse können sich in trockenen Wintern und Sommern explosionsartig vermehren. Sie fressen im Winter die Rinde der Bäume an. Bei großen Fraßschäden gehen die Bäume ein.

In unseren offenen Dachunterständen finden wir in den Sommermonaten Gewölle von Schleiereulen. In der Dunkelheit kommt es gelegentlich vor, dass wir ein stilles Vorbeifliegen von Eulen wahrnehmen können. Auch Eulen vertilgen in der Nacht große Mengen Mäuse. Zwei Schleiereulenkästen und zwei Waldkauzkästen haben wir 2015 aufgehängt. Wir sind gespannt, wann es eine erste Brut gibt.

Das Hermelin ist bei uns eine besondere Attraktion. Es ist ein sehr scheues Tier und noch nicht alle Familienmitglieder konnten es bis jetzt beobachten. Durch den oft fehlenden Schnee ist es aber durch sein weißes Winterkleid eher in dieser Jahreszeit zu entdecken. Es gräbt die jungen Mäuse aus um sie zu vertilgen.

Auch die scheuen Baummarder sind in unserer Plantage heimisch. Sie benutzen Baumhöhlen als Wohnung und Kinderstube.

Steinmarder sind auch große Mäusevertilger. Sie mögen aber auch Hühner. Gott sei Dank aber bis jetzt noch nicht unsere. Steinmarder jagen nicht in der unmittelbaren Umgebung ihrer Behausung. Trotzdem schließen wir abends immer rechtzeitig unser Hühnerhaus. Dreizehn Hühner und ein ganz lieber Hahn sind bei uns Familienmitglieder und wir würden über einen Verlust sehr traurig sein.

Wir haben dicke runde „Mischmaschhühner“, jedes hat einen eigenen Charakter. Von wegen dummes Huhn. Sie legen nicht immer Eier und machen zwei Mal im Jahr für ca. 3 Monate „Urlaub“ vom Eierlegen.

Für die mäusefressenden Säugetiere haben wir Wohnungen aus Steinhaufen und Trockenmauern angelegt.

Vor ca. 85 Jahren hat mein Schwiegervater zusammen mit seinem Vater als kleiner Junge eine große Anzahl an Pappeln als Windschutz gepflanzt.

Spechte zimmern dort ihre Bruthöhlen und ziehen die Jungen groß. Deshalb existieren in den hohen Bäumen auch viele Höhlen, die nun auch von den Fledermäusen genutzt werden. Eine Umweltschutzorganisation hat mit Hilfe eines Detektors den Abendsegler, das Mausohr und die Wasserfledermaus in unsere Plantage „hörbar“ gemacht.

Für den Abendsegler sind verlassene Spechthöhlen besonders wichtig. Sie benutzen diese Baumverstecke rund ums Jahr. Kurz nach Sonnenuntergang kommen sie aus ihren Baumhöhlen, um auf Insektenfang zu gehen. Sie fliegen hoch und stürzen sich auf ihre Lieblingsspeise –Insekten.

Bäumhöhlen werden den Sommer über auch von den Wasserfledermäusen benutzt. Sie ernähren sich überwiegend von Insekten die sie im schnellen Flug von der Wasseroberfläche wegfangen. Das Mausohr lebt den Sommer über auf Dachböden und unter Kirchendächern. Es geht bei vollkommender Dunkelheit auf die Jagd nach Laufkäfern.

Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir diese samtweichen Insektenvertilger in unserer Plantage beobachten können. Zusätzlich zu den natürlichen Baumhöhlen haben wir aber noch eine Anzahl von Fledermauskästen aufgehängt. In den Sommermonaten kommt es immer wieder vor, dass wir abends im Haus, Besuch von diesen Nützlingen bekommen.

Es ist ein besonderes Erlebnis abends gegen den helleren Himmel zunächst eine Fledermaus beobachten zu können, bis innerhalb kürzester Zeit sich immer mehr zum Jagen dazugesellen.